Samstag

Recette réunionnaise: Poulet à la Vanille avec des Lentilles de Cilaos

Eigentlich wollte ich heute - nachdem es die ganze Woche irgendwie nichts wirklich gekochtes, sondern lauter kleine Snacks gab - ein Rougail Saucisse kochen. Eines der klassischen réunionesischen Gerichte. Nur leider ist es außerhalb der Grillsaison - und vielleicht zusätzlich an einem Samstag Nachmittag, an dem die meisten Metzger schon zu hatten - nicht ganz so einfach, in Deutschland Merguez zu bekommen.
Also hab ich spontan umdisponiert. Und jetzt gibt es dieses Wochenende eben ein anderes und etwas edleres réunionesisches Gericht: Hühnchen in Vanillesoße. Ein Gericht, das dort im Restaurant gerade mal soviel kostet, wie man hier allein für ausreichend echte Bourbon-Vanille los wird; aber es schmeckt wirklich unheimlich lecker (und zugegebenermaßen bin ich noch im Besitz unzähliger von Réunion importierter Vanilleschoten, weswegen es für mich nicht sooo teuer ist).
Morgen gibt es die etwas einfachere Variante, wie man Poulet à la Vanille auf ganz Rénunion serviert bekommt. Heute erstmal die etwas aufwändigere Version mit Linsen, wie sie in einem der réunionesischen Bergkessel (dem Cirque de Cilaos) zubereitet werden. Und nicht wundern, dass die Soße gelb ist, da ist zwar nur natürliche Vanille drin, aber typisch réunionesisch eben auch Kurkuma:



Zutaten (für 3 Portionen)

- Hühnchenbrust (600 g eigentlich, bei mir kommt meist nur die Hälfte rein)
- Salz, Pfeffer
- Kurkuma (1 TL)
- Thymian (1 Zweig bzw. 1 TL getrockneter)
- Knoblauch (3 Zehen)
- Zwiebel (eine)
- Lauchzwiebeln (1-2)
- Vanille (2-3 Schoten)
- Crème Fraîche (100 g)
- Weißwein (100 ml, eigentlich Vin de Cilaos, ich hab trockenen Weißwein genommen)

- Reis

- Berglinsen (150 g, getrocknet, eigentlich Lentilles de Cilaos)
- Zwiebel (eine kleine)
- Knoblauch (eine Zehe)
- Ingwer (circa 1 cm)
- Chili (eine kleine)
- Kaloupilé / Curryblätter (5-6)
- Kurkuma (1/2 TL)
- Garam Massala (1/2 TL)
- Pfeffer, Salz


Zubereitung (40-50 Minuten)

Die Linsen laut Packungsanweisung in Wasser gar kochen.
Das Hühnchen waschen, trocken tupfen, (normalerweise in Stücke schneiden, hier im Ganzen) mit Pfeffer, Salz und Kurkuma würzen und in wenig Öl anbraten.
Eine Zwiebel und 1-2 Lauchzwiebeln in etwas gröbere Stücke schneiden, 3 Knoblauchzehen fein würfeln.
Alles zum Hühnchen geben und kurz mitbraten.
Eine halbe bis ganze Vanilleschote auskratzen und samt Schote ebenfalls zum Hühnchen geben. Thymian zugeben und mit einer Tasse Wasser aufgießen.
Aufkochen lassen und fast komplett reduzieren lassen.
Währenddessen den Reis in Salzwasser gar kochen.
Eine kleine Zwiebel, eine Knoblauchzehe und eine Chilischote für die Linsen fein würfeln. Den Ingwer reiben.
Alles kurz bevor die Linsen gar sind in wenig Öl glasig braten, Kurkuma, Curryblätter und Massalé kurz zugeben. Mit den Linsen aufgießen und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Auf niedriger Stufe noch etwas garen lassen.
In einer Pfanne Weißwein und Crème Fraîche mischen, 1-2 ausgekratzte Vanilleschoten samt Mark zugeben und leicht reduzieren lassen.
Die Crème Fraîche-Weißweinmischung zum Hühnchen geben, sobald dessen Flüssigkeit fast komplett reduziert ist.
(Das Hühnchen - falls es mit Haut wie hier zubereitet wird - aus der Pfanne nehmen und unter dem Grill oder bei 220°C circa 5-10 Minuten backen, bis die Haut knusprig ist.
Die Soße währenddessen auf niedriger Stufe noch leicht eindicken lassen, eventuell mit Pfeffer und Salz, eventuell auch Kurkuma und Zucker abschmecken. Die Vanilleschoten entfernen.
Das Hühnchen zusammen mit Reis, Linsen und der Vanillesoße servieren.


Tipp

Wer noch etwas Gemüse in der Soße mag: Teilweise werden Karottenscheibchen oder Chouchouwürfel oder -scheiben (in Deutschland relativ unbekannt, aber was das ist, sieht man bspw. hier) mitgekocht. Hatte ich heute aber leider beides nicht da.. Schmeckt auch ohne, aber vor allem mit Chouchou ist es richtig lecker!

Und noch ein paar Anmerkungen zu den Zutaten:
Die Curryblätter: Da ich noch "Caloupilé" von Réunion importiert hatte, musste ich grade erstmal in Erfahrung bringen, was das eigentlich ist, und wie das auf Deutsch heißt. Dabei bin ich unter anderem über die Information gestoßen, dass man Curryblätter auch dirch etwas normales Currypulver ersetzen kann. Erzeugt einen ähnlichen Geschmack (klar, sonst würden die Blätter ja nicht so heißen), ist aber wohl in mehr Haushalten vertreten als die Blätter...

Die Linsen: Ich hab normale Berglinsen verwendet. Die Réunionesen sind stolz auf ihre Lentilles de Cilaos und anscheinend bekommen sie durch das Klima im Cirque de Cilaos einen ganz eigenen Geschmack. Und zumidnest eine etwas andere Optik. Ich hab sie noch nie im Vergleich mit "normalen" Berglinsen gegessen, und in Deutschland bekommt man sie ebensowenig her, wie manche Gewürze, Gemüse- oder Obstsorten, und wenn dann bekommt man die auch nicht frisch vom Baum. Entsprechend zufrieden bin ich damit, dass man allein durch die in Cilaos verwendeten Gewürze, den Geschmack der Linsen so hinbekommt, dass ich Sehnsucht bekomme, weil es fast genauso schmeckt.Und damit bin ich erstmal sehr, sehr glücklich!

Das Hühnchen: Leider hab ich keine schöne Hühnchenbrust mehr bekommen, weswegen ich es mit Schlegeln zubereitet hab. Und um auf die schöne Haut nicht verzichten zu müssen, hab ich es dann nicht als Geschnetzeltes zubereitet, sondern entgegen dem Originalrezept kurz vor Ende aus der Soße genommen und kurz in den Ofen gegeben. Hat dennoch gut geschmeckt und als Bonus hatte ich knusprige Hähnchenhaut. Aber der Nachteil war ganz klar, dass man nicht Geschnetzeltes schon fertig in der Soße liegen hat, sondern jedes Stückchen Fleisch erst noch nachträglich in ganz viel leckerer Soße wenden musste... :)

Kommentare:

  1. Ich liebe Hühnchen, ich liebe Vanille und ich mag Linsen, doch in dieser Kombination kannte ich das noch nicht. Danke für dieses schöne Rezept, das wird sicherlich ausprobiert

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  2. Ich kannte das vorher auch nicht, hab mich in dem Jahr da unten aber voll in die réunionesische Küche verliebt!

    Und bisher hat alles hier nachgekochte den Mitessern geschmeckt - nur der réunionesische Rhum war einigen zu kräftig. Aber davon bleibt dann eben mehr für mich... :)

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  3. Huhn und Vanille liebe ich sehr, mit Linsen kann man mich allerdings nach Timbuktu und zurück jagen :)
    Aber vielleicht kann man ja eine andere Beilage dazu ausprobieren, auch wenn das dann nicht mehr typisch Réunion ist.

    Liebe Grüße,

    Lilly

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  4. Keine Angst, die Linsen müssen da nicht dazu sein! Nicht, weil es dann nicht mehr wirklich réunionesisch wäre. Selbst wenn: Hauptsache es schmeckt, oder? :)

    Für mich war es damals zwar faszinierend festzustellen, dass man Linsen nicht nur mit Lorbeer und Maggi zubereiten kann, sondern auch so ganz anders. Aber es schmeckt auch nur mit Reis herrlich - mach ich auch oft.
    Das Allerwichtigste an diesem Gericht ist sowieso das Hühnchen, das so herrlich vanillig schmeckt - und natürlich die Soße.
    Selbst auf Kurkuma kann man verzichten, aber das Vanillearoma ist einfach sooo lecker! :)

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  5. Schön, dass ich diesen Blog entdecke, mit Rezepte aus La Réunion, wenn ich eben ein Paket Gewürze und ein paar Combava bekommen habe. Ich kannte nur den Canard à la vanille, eine ganze Ente mit viele Vanilleschoten gefüllt...

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  6. Oh, schön! Was hast du denn bekommen an Gewürzen? Ich muss mir irgendwann wohl auch mal wieder was schicken lassen, denn selbst über Internetversandhandel bekommt man vieles nicht oder nur sehr, sehr teuer...

    Ein paar Rezepte hab ich zwar immer noch nicht geschafft zu posten (selbst sowas einfaches wie Samoussas), aber mittlerweile haben sich tatsächlich ein paar angesammelt.

    Bin mal gespannt, was du aus deinem Päckchen so alles zaubern wirst!

    Liebe Grüße, Ina

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