Montag

Knöpfle

Seit einer Woche hab ich diesen Geschmack im Mund, aber leider war es in München absolut unmöglich, eine Muskatnuss aufzutrieben. Aber jetzt, endlich, hab ich den Geschmack meiner Kindheit wieder!
Ich bin im Nördlinger Ries geboren. Entsprechend schmeckt meine Kindheit neben Wassereis, 5-Pfennig-Süßigkeiten aus Papiertütchen vom Kiosk und der Gefro-Suppenwürze meiner Oma auch nach den dortigen Spezialitäten. Dabei gibt es Dinge, die man immerhin so ähnlich auch anderswo findet, wie bspw. Messwürste (superlecker, aber eigentlich wohl auch nur Würstchen), selbstgemachter Leberwurst im Glas mit viel Schmalz (schmeckt von keinem Metzger oder Supermarkt so gut) und Küchle (die man in Franken und Schwaben zwar als ausgezogene Krapfen oder Knieküchla teilweise bekommt, immer aber zu dick und mit zu kleinen Deckele). Und eben Dinge, die es wirklich nur dort gibt: Die Rieser Bauerntorte (ein rießiger flacher Hefekuchen mit würzigem Apfelmus gefüllt und wundervollen Verzierungen) und eben Knöpfle.
Ein jedes süddeutsche Kind würde ohne Brezen, Wienerle und Geldwurst ja nie überleben. Bei mir kamen eben noch Knöpfle dazu. Eigentlich sind sie ja eine Suppeneinlage, aber wir haben alle immer liebend gern den Teig, frische knusprige oder schön durchgezogene Knöpfle einfach so gegessen:


Zutaten (für circa 20-25 Stück)

- Milch (300 ml)
- Hartweizengrieß (100 g)
- Salz
- Muskat
- Eier (3)


Zubereitung (30 Minuten)

Milch aufkochen, Salz zugeben und Grieß langsam einrühren. Circa 5 Minuten zu einem sehr dicken Brei kochen. Mit Muskatnuss abschmecken.
Kurz abkühlen lassen, dann mit dem Rührgerät oder einer Küchenmaschine die Eier unter den lauwarmen Teig rühren.
Anschließend mit zwei Teelöffeln kleine Kugeln formen und in heißem Öl ausbacken. Dabei immer nur soviele ins Öl geben, dass sie nebeneinander Platz an der Oberfläche haben, denn so können sie sich von selbst drehen und werden gleichmäßig braun.
Anschließend aus dem Öl nehmen, auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen. Fertig.


Tipp

Luftdicht verpackt halten sie sich frisch schon 2-3 Tage, danach kann man Reste immerhin für Suppen gut einfrieren.

Kommentare:

  1. Keine Muskatnüsse in München. Wo doch der Gewürzguru von dort kommt.... ;-D

    Die Knöpfle kenne ich als Norddeutsche gar nicht. Bei uns kommen eher Mehlklüten in die Suppe.
    Dein Rezept merke ich mir gleich.

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  2. Also ich wohne in München und es gibt hier definitiv Muskatnüsse. Ich hab zumindest welche im Schrank. ;-)

    Solche Knöpfle kenne ich auch nicht. Mit dem Namen verbinde ich immer sowas wie Spätzle. Dein Rezept klingt aber lecker. Da der Winter hier leider wieder zurück ist, habe ich sicher noch Zeit, es demnächst auszuprobieren.

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  3. Ja, schwäbische Knöpfle (kurze Spätzle) kenn ich auch nur zu gut, nachdem ich dort - mittlerweile nur noch fast - die Hälfte meines Lebens verbracht hab...

    Bezüglglich der Muskatnuss war ich zugebenermaßen übrigens durchaus davon überzeugt, dass bei einer Investition von zusätzlichen 4,80 für Hin- und Rückfahrt durchaus irgendwo eine zu finden gewesen wäre. Nur leider gaben alle 5 Supermärkte in der näheren Umgebung der Wohnung meines Freundes weder ganze noch gemahlene Muskatnuss her... Schade irgendwie, aber so musste ich wenigstens nicht teilen... :)

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  4. Oh, und zu den Mehlklüten, von denen ich vorher noch nie gehört hab: Ich hab das eben mal durch die Suchmaschine gejagt... Irgendwie findet das hauptsächlich süße und sich irgenwie leicht wiedersprechende Rezepte... Hast du da einen Geheimtip? :)

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  5. Nein ein Geheimrezept gibt es eigentlich nicht. Es wird nur Mehl mit Wasser und ggfs etwas Butter und Salz gemischt, so dass ein geschmeidiger Teig entsteht. Diese Klösschen werden dann in siedenen Wasser gar gezogen. Diese Klüten kann man zu süßen oder salzigen Suppen essen.

    Vielleicht dann doch ein Geheimtipp. Meine Oma hat beim Suppe kochen einfach 1-2 Kellen klare Suppe mit Mehl vermischt, die Klüten geformt und in der Suppe gar ziehen lassen. So braucht es keine weiteren Gewürze und ist sehr lecker.

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  6. Ja knöpfle sind sehr lecker. Macht meine Oma auch immer. Aber messwürste schlagen alles

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