Donnerstag

Recette réunionnaise: Bonbon Piment

Endlich hab ich es geschafft, sie mal selbst zuzubereiten. Auf Réunion hab ich schon nicht genug davon bekommen können und sie fast noch lieber als Samoussas gegessen. Zurück zuhause hab ich zahlreiche Rezepte gelesen, mich in französischen Foren rumgetrieben, um einen Ersatz für die in Deutschland schlichtweg nicht erhältlichen Pois du Cap (mit einer sehr teuren Onlineversandausnahme) zu finden und irgendwann mein nun folgendes eigenes Rezept kreiert. Eigentlich sollten sie ja schon vor Wochen vorgestellt werden, aber dann hat mein Pürierstab ja spontan das zeitliche gesegnet und von Hand bekommt man die Masse fast nicht fein genug, dann war mal wieder nirgens frischer Koriander zu bekommen und die Bohnen gab es plötzlich auch nicht mehr um die Ecke, seitdem der große Supermarkt geschlossen hat. Aber egal, denn diesmal war alles da und hat alles geklappt!
Et voilà: Eine weitere kleine réunionesische Leckerei, dort überall zu bekommen, sonst noch nirgens gefunden und im Geschmack doch ganz anders als Kichererbsenbällchen und so richtig schön scharf:


Zutaten (für circa 30 -35 Stück)

- weiße Rießenbohnen (am besten Pois du Cap, geht aber auch mit anderen)
- Frühlingszwiebeln (1/2-3/4 Bund)
- Ingwer (circa 50 g)
- Salz (1/2 TL)
- Pfeffer (1/4 TL)
- Kurkuma (1-2 TL)
- Kreuzkümmel (1/2 TL)
- Koriander (1/2 bis 3/4 Bund)
- Chillischoten (grün, 1-3, je nach Geschmack, aber sie gehören scharf)

- Frittieröl


Zubereitung (mindestens 12 Stunden Einweichzeit, dann 30-40 Minuten samt Frittieren)

Bohnen mindestens 12 Stunden in reichlich Wasser einweichen lassen, anschließend abtropfen lassen.
Die Schale ist nun teilweise sowieso schon aufgeplatzt, ansonsten leicht mit dem Nagel einreißen oder mit dem Messer aufschneiden. Anschließend die Bohnen durch leichten Fingerdruck einfach aus der Schale drücken.
Anschließend fein pürieren oder hackseln.
Lauchzwiebeln, Koriander und Chillischoten waschen, trocknen und putzen bzw. Blätter abzupfen. Beides fein schneiden und zur Bohnenmasse geben.
Den Ingwer reiben und zugeben.
Mit 1/2 TL Salz, 1/4 TL Pfeffer, 1-2 TL Kurkuma und 1/2 TL Kreuzkümmel würzen.
Alles nochmals fein zu einer einheitlichen Masse pürieren.
Anschließend kleine Kugeln von circa 3-4 cm Durchmesser formen und auf einem Teller bereitlegen.
In heißem Öl (160-170°C) ausbacken, bis sie eine schöne goldgelbe Farbe angenommen haben.
Kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen, anschließend warm als kleinen Snack servieren.
Kalt schmecken sie übrigens auch, sind dann aber - so seltsam es klingt - wesentlich schärfer!


Tipp

Bei der Form scheiden sich übrigens die Geister und jeder propagiert eine andere Form als die "original réunionesische". Ich hab in einem Jahr festgestellt, dass sich dann allerdings die Réunionesen selbst nicht so ganz einig sind, denn dort wird einem alle naselang eine andere Form angeboten.
Die gebräuchlichsten sind die hier vorgestellten Kugeln, sowie - auf den Bildern im Hintegrund ebenfalls zu sehen) kleine flache Fladen (circa 1 cm hoch, 4-5 cm breit), wahlweise mit einem kleinen Loch in der Mitte. Manche geben sich auch nicht mal die Mühe, schöne runde Bällchen zu formen sondern werfen grobe "Kugeln" ins Öl.
Naja, ich hab mich jedenfalls für die Kugeln entschieden. Erstens sind die am einfachsten zu formen und zweitens mochte ich diese Form mit viel "Innenleben" sowieso am liebsten.
Und wer übrigens wie ich nicht (mehr) im Besitz einer Fritöse ist: Man kann sie auch in der Pfanne bzw. einem Topf frittieren: Dazu einfach einen Holzkochlöffel ins heiße Fett heben: sobald daran kleine Bläßchen aufsteigen, ist das Öl heiß genug. Herd sollte dann auch vorsichtshalber etwas zurückgeschaltet werden.
Das Öl anschließend abkühlen lassen, und durch ein Sieb und einen Trichter zurück in die Flasche füllen. Allerdings wirklich ein separates Frittieröl haben und sich auf die Flasche schreiben, ob man Süßes oder Herzhaftes damit frittiert hat, ein bisschen nimmt das Öl die Gewürze schon an...

Kommentare:

  1. Hallo, wie viele Riesenbohnen (ein Glas? eine Hand voll? Gramm?) benötigt man für das Rezept? LG, Stefi

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  2. Uiuiui, danke für's drauf aufmerksam machen, das hab ich ja echt mal voll vergessen, anzugeben... Ich hab immer ein Päckchen verwendet, hab leider grad keins daheim, aber ich glaub, das sind 500g-Päckchen... Ich versuch die Tage mal ein neues zu besorgen und sag dann nochmal Bescheid!

    Aber auf jeden Fall getrocknete verwenden, mit denen aus dem Glas funktioniert das überhaupt nicht, da zerfallen die Bällchen beim frittieren... ;)

    Liebe Grüße,
    Ina

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