Samstag

Rösti mit Pfifferling-Speck-Rahm

Ich hatte gerade ein Déjà-vu! Also jetzt nicht nur, weil es diese Leckerei eigentlich in jeder Pfifferlingsaison bei mir gibt. Obwohl es Pfifferlinge mit Rösti hier sogar öfter als mit Semmel- oder Serviettenknödeln gibt - aber das liegt wahrscheinlich einfach v.a. daran, dass man das auch super für eine Person machen kann.
Das Déjà-vu jedenfalls hatte ich aber vor allem auch deswegen, weil ich, als alles fertig gekocht war, plötzlich wieder wusste, warum ich das letztes Jahr nicht verbloggt hatte: Nämlich weil ich mir damals wie heute gedacht hab "Und wie richteste das jetzt fotogen an?!" als ich vor meinem pfannengrößen Rösti und der Soße stand. Damals hatte ich dann gedacht, "gibt es ja wieder, und dann machste einfach mal wieder Mini-Rösti". Pah, denkste. Aber: Was solls? Und wahrscheinlich hätte ich dieses Vorhaben bis zum nächsten Mal eh wieder vergessen, also gibt es das jetzt einfach so. Schmecken tuts nämlich super:


Zutaten (pro Portion)

- Kartoffeln (etwa 450 g)
- Pfeffer, Salz
- Milch (eventuell 2-3 EL)
- Butter / Butterschmalz (1 EL)

- Pfifferlinge (etwa 100 g)
- Schinkenspeck (etwa 40-50 g)
- Zwiebel (eine halbe)
- Weißwein (50 ml trockenen)
- Sahne (100 ml)
- Milch (50 ml)
- Pfeffer, Salz
- Petersilie (frisch gehackt, etwa 1 TL)


Zubereitung (40 Minuten)

Kartoffeln schälen, waschen, trocknen und grob raspeln.
Sollten sie sehr feucht sein einfach in ein Küchentuch einschlagen und auswringen.
Anschließend mit Pfeffer und Salz würzen.
(Mengenangaben sind da leider schwer zu machen, obwohl ich weiß, dass viele nicht das kleinste Stückchen rohe Kartoffel probieren möchten. Aber da empfehle ich einfach, beim ersten Mal sparsam zu würzen, man kann ja nachwürzen. Und beim zweiten Rösti weiß man dann, wie stark gewürzt man es selbst gerne mag.)

Etwa einen halben EL Butter bei mittlerer Hitze in einer Pfanne zerlassen.
Anschließend die Kartoffeln zugeben und mit einem Pfannenwender zu einem glatten Fladen andrücken. Sollten die Kartoffeln sehr trocken sein, noch 2-3 EL Milch darüber verteilen.
Das Ganze zugedeckt etwa 10-15 Minuten bräunen lassen.

Anschließend nachsehen, ob es schon schön gebräunt ist, andersfalls noch ein paar Minuten in der Pfanne lassen.
Rösti dann vorsichtig lösen und auf einen Teller gleiten lassen.
Wieder etwa 1/2 EL Butter(schmalz) in der Pfanne zerlassen und das Rösti diesmal mit der anderen Seite nach unten wieder in die Pfanne geben.
Und zugedeckt weitere 10-15 Minuten garen lassen.


Während das Rösti von der ersten Seite bräunt, die die Pfifferlinge putzen. Dazu niemals Wasser verwenden, sondern nur ein Pilzbürstchen oder einen Pinsel.
Oder - und das hab ich heute mal ausprobiert, nachdem Moey das hier vor kurzem mal vorgeschlagen hat: Man kann die Pilze auch einfach mit etwas Mehl in eine Plastiktüte packen, vorsichtig durchschütteln und überschüssiges Mehl samt dem darin gebundenen Dreck anschließend in einem Sieb abschütteln. Kleine feine Mehlreste an den Pilzen stören auch nicht, weil die ja eh angebraten werden.
Bei mir hat das heute nur mittelmäßig funktioniert, aber wie sich beim nachputzen herausstellte, waren sie auch wirklich sehr hartnäckig verdreckt. Aber dennoch: Das werd ich wieder machen und kann es weiterempfehlen!

Sollten die Pfifferlinge übrigens stark unterschiedlich groß sein, die größeren einfach noch mittig halbieren.

Speck in kleine Würfel schneiden, Zwiebel pellen und sehr fein würfeln.

(Jetzt ungefähr das Rösti wenden.)

In einer zweiten Pfanne etwas Butterschmalz zerlassen. Die Pfanne muss richtig heiß sein, erst dann dürfen die Pfifferlinge rein. Die müssen nämlich von Anfang an richtig zischen, sonst saugen sie sich nur mit dem Fett voll und werden gummiartig lätschig.
Und es dürfen nur so viele in die Pfanne, wie da auch nebeneinander reinpassen. Sonst lieber auf zweimal braten.
Undzwar ungefähr 4 Minuten unter gelegentlichem Wenden - bei sehr kleinen / großen eventuell etwas kürzer / länger.
Anschließend aus der Pfanne nehmen.

Den Speck in die Pfanne geben, etwas auslassen und anschließend die Zwiebelwürfel zugeben. Beides anbraten, bis der Speck leicht gebräunt und die Zwiebeln glasig sind.
Anschließend die Pfifferlinge wieder zugeben.

Mit 50 ml Weißwein ablöschen, ganz leicht einkochen lassen und mit 100 ml Sahne und 50 ml Milch aufgießen.
Aufkochen und ein paar Minuten einköcheln lassen, anschließend mit Pfeffer, Salz und frisch gehackter Petersilie abschmecken.

Das Rösti nochmal checken, aber es sollte in etwa mit der Soße fertig sein.
Anschließend das Rösti in Viertel geschnitten oder eben wie hier im Ganzen, quasi als Unterlage, mit dem Pfifferlinge-Rahm servieren.


Preis (pro Portion) 3,00 Euro

Kommentare:

  1. Also ich finde, das sieht auch mit dem Riesen-Rösti sehr toll und absolut appetitlich fotografiert aus :-) Mit Rösti hab ich Rahmpfifferlinge glaub ich noch nie gegessen, bei mir gab es bisher immer Bandnudeln oder Knödel dazu. Aber die Kombination mit dem Rösti ist sicher auch mal nen Versuch wert :-)

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  2. Soooo ein leckerer Röschdi könnte ich jetzt auch essen, da kann ich eh nie wiederstehen ;o)
    Als Schweizerin zieh ich eh den Rösti vor allem vor ;o)

    Lg Kerstin

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    1. Sie sind ganz offensichtlich keine Schweizerin, sonst würden Sie nicht einen solchen Quatsch schreiben. Es heisst immer "DIE Rösti".

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    2. Zumindest ich bin keine Schweizerin, sondern eine in der Einzahl aller versachlichende Halbschwäbin... ;)
      Aber vielen lieben Dank für den Hinweis! Und eigentlich ja auch wunderschön, wenn echten Schweizern hier nur der falsche Artikel, nicht aber das Rezept an sich aufstößt! :)

      Liebe Grüße,
      Ina

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  3. Dafür dass Rösti mit Rahmsoßen, ähnlich wie Nudeln mit diversen Soßen oder Aufläufe, ein relativ unfotogenes Gericht ist, hast du es hervorragend fotografiert und in Szene gesetzt, ich würde sofort rein beißen, bzw. mit der Gabel anrücken :)

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  4. Pffiferlinge sind meine liebsten Pilze und am liebsten wuerde Ich diese auch in Sosse machen:)

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  5. @ Kirsten: Dankeschön erstmal für die aufbauenden Worte! Also ich finds mit Rösti unheimlich lecker, aber ich bin sowieso ein Kartoffeljunkie und so ein Rösti ist eben auch noch relativ unaufwändig "so nebenbei" zubereitet. Aber mit Klößen gibt es das die Tage oder Wochen sicher auch noch - und sei es auf irgendeinem Keller. ;)

    @ Kerstin: Uiuiui, diese Deutsches. Da sag ich anscheinend fälschlicherweise "das" statt "der Rösti".... Naja, egal: Hauptsache es schmeckt! Und am Wochenende gehts in dei Schweiz, da wird gleich mal originalvverkostet... ;)

    @ Lilly: Ja, fotogen sind manche Dinge wirklich nicht. Aber es freut mich voll, dass es anscheinend trotz Rießenrösti und Sahnesoße, die auf Fotos immer seltsam aussieht so lecker wirkt, wie es war! ;)

    @ Dzoli: Freut mich, dass es dir gefällt! Pfifferlinge mag ich auch unheimlich gern - nur gut gebraten müssen sie sein. Bitter oder lätschig kann man mich echt damit jagen... ;)

    Liebe Grüße,
    Ina

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