Freitag

Irish Coffee

Heute ist sowas von nicht mein Tag. Schon bevor ich mein Mittagessen halb versemmelt hab, musste ich nochmal vier Stockwerke hochrennen, weil ich meinen Schlüssel hab stecken lassen und dann hab ich beim einkaufen auch noch die Hälfte vergessen. Der Nachmittag war nicht besser, und zu allem Überfluss bin ich heute Abend auch noch von meinem Küchenhocker gefallen. Irgendwann musste das passieren, weil ich in meiner Küche auf einem wackligen Hocker mit minimaler Grundfläche, dafür aber sehr langen Beinen grundsätzlich alles von den oberen Regalen hole, ohne ihn dabei viel zu verrucken. Sprich mich immer in irgendeine Richtung lehne. Glücklicherweise hab ich mir nicht viel dabei getan, obwohl ich ein paar große Holzsplitter im Fuß hatte und meine Schienbeine wohl morgen lustig bunt gesprenkelt sein werden. Aber viel schlimmer ist ja auch die Tatsache, dass mein geliebter, auf einer Hausauflösung erstandener Hocker, der ach so perfekt in meine Küche passt nun defekt ist, und ich jetzt wohl wieder einen rießigen Stuhl in meine Küche bugsierern muss, wenn ich irgendwas von "oben" brauch. Und in meiner winzigen Küche, ist fast alles irgendwie "oben".
Naja. Immerhin hab ich dafür für heute alle Arbeit los, weil ich mich dann entschieden hab, heute lieber nichts mehr anzufassen, und mich stattdessen mit einem Irish Coffee in einem rießigen Kissen- und Deckenberg einzumummeln, bis der Herr später übers Wochenende zu mir kommt. Und da ich mir beim Irish Coffee machen weder die Hände verbrannt noch Kaffee in der Küche rumgespritzt hab (passiert mit meiner Napolitana des öfteren), und selbst die eigentlich viel zu warme Sahne nicht geronnen ist, habe ich wieder ein Fünkchen Hoffung, dass ich selbigem beim Begrüßungskuss nicht gleich Zähne ausschlag oder so... :)


Zutaten (pro Glas)

- Kaffee (möglichst starker, 125 ml)
- Whiskey (20-40 ml, ich mag Jameson, aber Hauptsache irischer natürlich :)
- brauner Zucker (1-2 Würfel bzw. TL)
- Sahne (50-100 ml, hier nur 40)


Zubereitung (10 Minuten)

Einen möglichst starken Kaffee kochen. Ich mach das mit einer Napoletana für 2 Tassen, das ergibt (ich hab es grad mal nachgemessen) etwa 125 ml.
Währenddessen den Whiskey (20-40 ml, je nachdem, wie stark man ihn mag) auf niedriger Stufe im Mikro vorsichtig erwärmen. Er sollte nicht zu warm werden, da sonst der Alkohol natürlich flöten geht, aber warm genug sein, dass Zucker sich in ihm löst.
Denn als nächstes wird der warme Whiskey mit dem Zucker in ein Glas gegeben, und dieser langsam aufgelöst.
Währenddessen die Sahne leicht anschlagen, bis sie cremig wird (nicht steif schlagen!).
Den Whiskey mit dem gelösten Zucker mit dem heißen Kaffee aufgießen, und die Sahne vorsichtig über einen Löffelrücken (wie bei Cocktails) auf den Kaffee laufen lassen.


Ob man das ganze dann verrührt, oder getrennt trinkt, ist übrigens Geschmackssache, obwohl man dadrüber auch wirklich lange diskutieren kann, und manche eine wahre Philosophie daraus machen. Ich finde: Soll jeder trinken, wie er mag!
Manche halten es sicher auch schon für Blasphemie, dass ich kein richtiges Irish-Coffee-Glas verwende, aber ganz ehrlich: Das schmeckt daraus auch nicht anders...Also keine Hemmungen und einfach mit vorhandenen Mitteln, und zur Not eben auch mal nicht-irischem Whiskey zubereiten. Schmeckt auch, und wird man wohl maximal von Iren Ärger dafür bekommen. Aber denen verschweigt man das eben einfach ebenso, wie man Franken verschweigt, dass sie eben schon zu Bayern gehören, Badenzer und Schwoba nicht in einen Topf wirft, et cetera pp... :)

Kommentare:

  1. Hallo liebe Ina,
    OH JE - das hört sich ja nach keinem guten Start ins Wochenende an... Ich hoffe ihr hattet noch einen schönen Abend zusammen und genießt das gemeinsame Wochenende!
    Allerliebste Grüße,
    Rike

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  2. Ein Klassiker, der irgendwie ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Danke für's Erinnern. Deine "Irish-Coffee-Gläser" gefallen mir übrigens gut, sieht so aus, als ginge da auch ein bisschen mehr rein - was ja nicht so schlecht ist ;-)

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  3. Oh, das mit der kleinen Küche, in der man ständig auf Hocker oder Stühle steigen muss, um was von oben zu holen, kenn ich nur zu gut - da ist mir auch schon der ein oder andere Absturz passiert... Aber Irish Coffee zum Trost ist ja nicht das Schlechteste ;o)

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  4. Tröste dich, ich hatte eine ganze PechWOCHE. Und die gipfelte letzte Nacht mit nem Magen-Darm-Infekt. Heureka! :( Muss jetzt noch einkaufen aber dann verkriech ich nich auch in einen Kissen- und Deckenberg :) Den Coffee gibts dann wenns wieder besser geht.
    Genieße dein WE, gute Besserung für den Holzsplitterfuß und vielleicht findest du ja wieder einen solchen Stuhl, manchmal gibts sowas ja auf FLomärkten, im Ausverkauf oder so :)

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  5. Mittlerweile ist alles wieder gut: Das Bein ist zwar bunt, aber es tut nur weh, wenn man versehentlich mit genau den Stellen an ein Tischbein stößt. Aber das ist ja auch schön blöd... :)
    Und selbst beim Stuhl hab ich etwas Hoffnung, dass er sich reparieren lässt. Bei den guten alten Möbeln hat da ja meist ganz gute Chancen.

    Das Glas ist übrigens ein Weinglas vom schwedischen Innenausstatter. Also nicht sooo groß, aber durch die dicken Wände bestens geeignet, und es fasst eben genau das Volumen meiner Kaffee"maschine"... :)

    Und Lilly: Gute Besserung und alles, alles Gute!

    Liebe Grüße und viel Spaß mit diesem heißen alkoholischen Vergügen,
    Ina

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