Donnerstag

Gebrannte Vanillecreme mit Erdbeer-Rhabarber-Cashew-Ragout

Am Sonntag haben wir mit Lafer gegrillt. Also nicht wirklich, sondern nur mit ihm live im Radio im Hintergrund. Zur Erklärung für alle, die nicht ausm Ländle kommen: SWR3 veranstaltet seit längerem regelmäßig "Grillen mit Lafer". Man bekommt eine Einkaufsliste, und am Morgen des Grillens die Rezepte, und dann wird nachmittags bis abends live im Radio vor- und daheim nachgegrillt. Erwähnenswert ist vielleicht auch noch, dass es eigentlich fast dazu gehört, dass das jedesmal bei mittelmäßigem Wetter stattfindet... Weswegen wir es bisher nicht so sehr bereut hatten, es nie geschafft zu haben, mal mitzugrillen.
Bis jetzt! Die Zutatenliste klang fast komplett lecker und wir hatten alle Zeit.
Letztendlich waren denn auch alle Rezepte gut bis sehr lecker, allerdings wurde bei uns schnell nur noch nach Rezept und Gefühl gekocht. Denn das Klingeln im Radio ging meist unter, die Mengen für 8 Personen (Kinder inklusive) waren nicht ganz so schnell zubereitet - obwohl vieles vorbereitet war -, und bezüglich der Garzeiten hab ich kurzzeitig sogar am Grill meines Vaters gezweifelt.
Naja, aber zurück zur gebrannten Vanille-Creme mit Erdbeer-Rhabarber-Ragout! Übrigens das einzige Rezept, das meine Mama und ich meinten, aus der Zutatenliste schon rauslesen zu können, auch wenn wir dafür erst nur milde belächelt wurden. Aber wir sollten ja Recht behalten.
Und was so ähnlich wie eine Crème Brûlée ist, ist natürlich auch voll lecker. Ebenso wie das Ragout fast nur gut sein konnte. Also muss das jetzt auch hier mal vorgestellt werden.
Das Originalrezept von Lafer findet ihr hier. Mein etwas abgewandeltes gleich im Anschluss, denn die Garzeiten waren auch im Ofen bei wirklich sicherer Temperatur nicht wirklich realisierbar, und das Ragout haben wir schon beim ersten Versuch wesentlich weniger süß zubereitet. Da ich das Ganze auch noch mengenmäßig nach unten angepasst hab, hab ich zudem die frische Vanilleschote (1/4 Schote ist doch eher blöd zu verarbeiten) durch selbstgemachten Vanillezucker ersetzt. Und die Garzeiten generell an portionsweise Zubereitung angepasst:


Zutaten (für 2 Portionen)

- Eigelb (2 Stück)
- Vanillezucker (30 g)
- Sahne (100 ml)
- Milch (30 ml)
- Vanillepuddingpulver (5 g)
- Demerara-Zucker (1 EL)

- Erdbeeren (70 g)
- Rhabarber (70 g ungeschält)
- Orange (Saft einer halben, bei größerer Menge reicht auch weniger)
- Vanillezucker (1 EL)
- Honig (1-2 TL, Akazienhonig oder Blütenhonig)
- Zitronensaft (1-3 TL)
- Cashewkerne (20 g gesalzene)


Zubereitung (40-50 Minuten)

Eigelb mit Sahne und Zucker verrühren, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat.
Milch und Vanillepuddingpulver glattrühren und mit der Vanillesahne verrühren.
In zwei flache Förmchen füllen und diese im Wasserbad bei 200°C circa 20-25 Minuten im Ofen stocken lassen.


Währenddessen Rhabarber putzen, schälen, halbieren und zusammen mit 1 EL Vanillezucker und dem Saft einer halben Orange in doppelt gelegte Alufolie einpacken.
Bei 200°C circa 15 Minuten bissfest garen (kann also auch einfach zur Crème Brulée mit in den Ofen gegeben werden).

Die Erdbeeren putzen und würfeln.

Die Cashewkerne grob hacken (von Hand, in der Küchenmaschine oder in einem Gefrierbeutel mit dem Hammer).

Den Saft aus dem Rhabarberpäckchen zu den Erdbeeren geben, den Rhabarber in Scheiben oder Stücke (je nach Größe) schneiden und ebenfalls zu den Erdbeeren geben.

Mit etwas Honig und Zitronensaft abschmecken und Cashewkerne zugeben.


Die Vanillecreme sollte nun eigentlich fertig sein. Oder vielleicht auch schon etwas länger. Aber das macht nichts. Denn obwohl sie im Gegensatz zu Crème Brûlée auch warm schmeckt, schmeckt sie ebenso lecker leicht abgekühlt!
Den Demerara-Zucker darauf verteilen und mit einem Crème-Brûlée-Brenner karamellisieren.

Mit den Erdbeer-Rhabarber-Cashewkerne-Ragout servieren.


Tipp

Wer wie ich noch immer keinen Crème-Brûlée-Brenner besitzt, kann die Crème auch einfach koplett im Kühlschrank auskühlen lassen, den Grill voll aufheizen und sie dann mit Zucker bestreut kurz im Grill karamellisieren. Wird nicht ganz so perfekt, und man muss gut aufpassen, dass es nicht zu dunkel wird, aber es geht.
Oder die Crème mit einem Camping-Bunsenbrenner karamellisieren. Das ist allerdinsg relativ unhandlich, und man sollte gut aufpassen dabei.  
Aber irgendwann gönn ich mir so ein Handtaschenformat-Selbstverteidigungsgerät auch noch mal! Hab da grad schonmal wieder eine Angebotsrecherche gestartet... :)


Preis (pro Portion) 1,00 Euro

Kommentare:

  1. Ist ja eine schöne Idee, quasi "Live-Grillen" im Radio :)

    Deine Vanillecreme sieht super lecker aus, das Erdbeer-Rhabarber-Cashew-Ragout werde ich definitiv mal ausprobieren, für mich leider ohne die Nüsse aber die kommen sicher toll in dem fruchtigen Ragout *like*

    Liebe Grüße,

    Lilly

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  2. Das sieht ja sowas von lecker aus! Ich notiere mir das Rezept mal, denn das Ragout sieht einfach zu gut aus! Habe ja (leider) auch keinen keinen Crème-Brûlée-Brenner, da müsste ich improvisieren... :)

    Liebe Grüße
    Tanja

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  3. Es war wirklich super lecker - insbesondere für Crème-Brûlée-, Erdbeer- und Rhabarber-Fans wie mich!

    Das Grillen an sich hat es mir von der Idee her wirklich schon lange voll angetan. Nur sollte man nicht mit zuvielen Menschen oder nur mit einer rießigen Küche grillen. Obwohl wirklich alles vorher schon gewaschen, geputzt, geschält, etc. war, kamen wir mit zwei Mann in der Küche und einem am Grill für 8 Personen kaum hinterher. Insbesondere wenn man alle vier Gänge auch gemütlich essen mag.

    Aber ich werd sicher mal wieder - dann vielleicht per Internetradio - mitgrillen. Nur eben in kleinerer Runde. Und mir auf jeden Fall auch die alten Rezepte mal ansehen, denn das meiste kann man ja nicht nur auf dem Grill, sondern eben auch in der Küche fabrizieren... :)

    Liebe Grüße, und euch ebenfalls viel Spaß beim nachkochen / -grillen,
    Ina

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