Dienstag

Die Basenwoche. Tag 7.
Frühstück: Birnen-Walnuss-Zimt-Muß im Glas
Mittagessen: Babyspinat mit gebratenen Egerlingen, Sesam und Möhren
Abendessen: Wirsing-Kartoffel-Pfanne in zwei Variationen
Dessert: Basische Bratäpfel mit Vanille-Nuss-Füllung

Tag 7. Moment: Tag 7? Ist das jetzt echt schon der letzte Tag? Ich hatte mich doch gerade eben eingelebt. Musste endlich nicht mehr ständig durch seitenlange Listen blättern, um nachzusehen, was ich eigentlich alles essen darf. Hab morgens im Halbschlaf mit einer fast schon unheimlichen Selbstverständlichkeit zum Pürierstab gegriffen. Mir mittags ein mittlerweile wirklich leckeres - wenn auch auf Dauer vielleicht etwas eintöniges - Zitronendressing für meinen grünen Salat mit irgendeiner Art rohem Gemüse und irgendwelchen Kernen, Mandeln oder Walnüssen angerührt. Trockenobst, Bananenchips und Mandeln sind zu meinem beständigen Begleiter geworden und aus keinem noch so kleinen Handtäschchen mehr wegzudenken. Auch dass man abends immer zu einer bestimmten Zeit zum gemeinschaftlichen Kochen antritt, ging mir wieder in Fleisch und Blut über.

Und das alles so langsam, ohne wirklich etwas zu vermissen. Ich dachte ja anfangs, ich würde mich 7 Tage lang verzehren nach einem Stückchen Käse (ist aber auch gemein, wenn man da am letzten Tag noch was davon im Kühlschrank hat liegen lassen ;). Stattdessen kann ich schon seit drei Tagen über so ziemlich jede säurehaltige Leckerei sprechen, ohne dass sich meine Speicherdrüsen auch nur zur geringsten Regung veranlasst fühlen.

Aber naja, jetzt genießen wir erstmal noch den letzten Tag. Also mal insbesondere ich, denn für mich wahrhaftiges Mädchen war es doch eindeutig noch die geringste Ernährungsumstellung. Und morgen wird schließlich radikal das Gegenteil praktiziert: Wer hart in die Basenwoche einsteigen kann, muss auch am Tag danach direkt kontrollieren, ob Säuren einem wirklich nicht gut tun.

Heute aber erst nochmal basisch! Und weil ich mich morgens nicht entscheiden konnten, landeten einfach alle Reste im Obstkorb gemeinsam im Mixer. Birne, Apfel, Banane, Mandarine und Orange. Passt ja alles super zusammen. Und weil es so schon winterlich klingt, gab es noch Zimt und Walnüsse dazu.
Was herauskam, war lecker, erinnerte aber leider eher an einen Brei denn an einen Smoothie. Aber Moment... Früchte-Brei... War da nicht was? Na klar: Babygläschen! Die Hälfte aller erwachsenen Frauen greift in diesem Sinne doch gerne ab und an mal "zum Glas". Also warum nicht einfach den selbstgemachten Früchtebrei in ein Schraubglas packen, Löffel dazu, und ab in die Uni? Wenn man das dem Auge und Gaumen nur richtig verkauft, schmeckt es nämlich auf einmal echt gut:)

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Birne-Walnuss-Zimt-Muß


Zutaten (pro Portion)

- Birne (eine, hier Williams Christ und sehr reif)
- Apfel (ein kleiner, eher mürber)
- Banane (eine halbe kleine)
- Orange (1/2 kleinere)
- Mandarine (eine halbe)
- Walnüsse (etwa eine halbe Hand)


Zubereitung (10 Minuten)

Birne und Apfel wahlweise waschen oder schälen. 
Kernhaus jeweils entfernen, in grobe Stücke schneiden und in eine Schüssel geben.

Banane in Stücke brechen und zum restlichen Obst geben.

Die Walnüsse relativ fein mörsern und ebenfalls zugeben.

Orange und Mandarine auspressen und den Saft zum Obst geben.

Alles einmal dürchpürieren, in ein Glas füllen und wahlweise sofort oder später am Tag auslöffeln.


Preis (pro Portion) 1,20 Euro

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Mittags das gleiche Bild: Es gab eine Restekomposition. Ist aber nicht falsch zu verstehen: Ich will nicht etwa nächste Woche kein Obst und Gemüse mehr essen. Ich bin nur schlichtweg noch nicht dazugekommen, das Zeug wieder kiloweise nach Hause und in den dritten Stock zu schleppen.
Also: Restesalat. Waren ja schließlich auch noch reichlich leckere Sachen vorhanden. Heraus kam dann ein Babyspinat-Salat mit scharf angebratenen Egerlingen, geröstetem Sesam und einem Karotten-Dressing:

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Babyspinat mit gebratenen Egerlingen, Sesam und Möhren-Dressing


Zutaten (pro Portion)

- Babyspinat (eineinhalb Hand voll)

- Egerlinge (3-4 größere, etwa 80-100 g)
- Sesamöl

- Karotte (eine eher kleinere)
- Zitronensaft (ein guter EL)
- kaltgepresstes Sesamöl (2 EL)
- Wasser
- Pfeffer, Meersalz

- Sesam (1 EL)

- Kresse (wahlweise 1/2 bis ganzer EL)


Zubereitung (15 Minuten)

Salat waschen, verlesen und grob trocknen.

Möhre fein raspeln, Kresse waschen und grob trocknen und die Zitrone auspressen.

Den Sesam ohne Öl kurz anrösten, anschließend beiseite stellen.

Währenddessen die Egerlinge putzen, und je nach Größe halbieren, vierteln oder achteln.

Die Egerlinge in Sesamöl kurz kräftig anbraten, anschließend etwas Sesam darüber streuen.

Währenddessen aus Zitronensaft, Sesamöl und etwas Wasser mit einem Milchaufschäumer ein Dressing anrühren. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Salat und geraspelte Möhren mischen und mit dem Dressing anmachen. Anschließend mit dem restlichen Sesam und der Kresse bestreuen und mit den gebratenen Egerlingen servieren.


Preis (pro Portion) 1,90 Euro

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Für das letzte Abendessen standen noch zwei Gerichte zur Auswahl: Eine Wirsing-Kartoffel-Pfanne und eine Kartoffelsuppe mit Mandeln. Da Suppe nach einer Woche nicht mehr jedermans Sache war, hab ich die auf nächste Woche vertagt, und stattdessen gab es die Wirsing-Kartoffel-Pfanne. Und zwar in zwei Variationen, weil 4 Portionen in keine unserer Pfannen passten: Einmal indisch angehaucht mit Curcuma & Kreuzkümmel, einmal gut bürgerlich mit Paprika und Kümmel. Beides lecker, aber obwohl ich mir Wirsing in Kombination mit indischen Gewürzen anfangs nicht wirklich vorstellen konnte, bin ich im Nachhinein von dieser Geschmackskombination doch echt angetan!

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Kartoffel-Wirsing-Pfanne


Zutaten (für 4 Portionen)

- Wirsing (etwa 1 kg, zwei kleinere Köpfe)
- Kartoffeln (etwa 1 kg)
- Paprika (2-3 rote Schoten)
- Karotten (2-3 größere)
- Zwiebel (eine große)
- Gemüsebrühe (etwa 600 ml)
- Pfeffer, Meersalz

- Curcuma
- Kreuzkümmel
- Cayennepfeffer

oder

- Paprikagewürz (idealerweise edelsüß, scharf und geräuchertes gemischt)
- Kümmel

- Sonnenblumenkerne (eine Hand voll)


Zubereitung (eine Stunde)

Kartoffeln und Karotten schälen, Wirsing und Paprika waschen und putzen, Zwiebel pellen.

Den Wirsing in kochendem Salzwasser etwa 3 Minuten blanchieren, anschließend einkalt abschrecken.

Die Zwiebel in feine Würfel schneiden. Karotten und Paprika in kleinere Würfel. Kartoffeln in etwas größere Stücke. und den Wirsing in Streifen.

Pflanzenöl glasig schwitzen.

Wirsing, Kartoffeln, Karottenund Paprika zugeben und etwa 5 Minuten mit anbraten.
Anschließend mit der Gemüsebrühe ablöschen und wahlweise mit Curcuma, Kreuzkümmel und Cayennepfeffer oder mit Paprika und Kümmel abschmecken. Und natürlich mit Salz.

Anschließend etwa 20 Minuten im geschlossenen Topf köcheln lassen, eventuell nochmals abschmecken.

Die Sonnenblumenkerne nebenbei ohne Öl anrösten.

Und anschließend die Wirsing-Kartoffelpfanne mit den gerösteten Sonneblumenkernen servieren.


Preis (pro Portion) 1,50 Euro

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So, und wer so heftig in den ersten Basentag einsteigt, der darf sich auch am letzten abends etwas gönnen, bei dem wir uns nicht so sicher sind, ob es abends überhaupt erlaubt ist. Weil es ja Obst - wenn auch nicht rohes - ist: Einen Bratapfel! Mit Nüssen, Zimt, Vanille und Orangensaft zubereitet.
Ist zwar echt ganz lecker in der basischen Variante, aber dank dem fehlenden Zucker hab ich Bratapfel-Purist zum ersten Mal wirklich ein bisschen Vanillesoße oder Vanilleeis dazu vermisst. In weißer Voraussicht wollte ich ja eigentlich Mandelmilch mit Vanille zubereiten. Aber das hat zeitlich leider nicht geklappt. Naja, ab morgen dürfen wir ja auch wieder säurehaltiges essen, und bis dahin war es schonmal einfach schön, ein Dessert zu haben:

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Basische Bratäpfel mit Vanille-Nuss-Füllung und Orangensaft


Zutaten (für 4 Portionen)

- Äpfel (4 Stück, am besten Boskop, hier Braeburn)

- Mandelspitter (eine halbe Hand voll)
- Walnusskerne (eine Hand voll)
- Rosinen (eine halbe Hand voll)
- Vanille (eine Schote)
- Zimt
- Orange (eine)


Zubereitung (10-15 Minuten Vorbereitung, 20-30 Minuten Backzeit)

Walnüsse grob hacken und mit den Mandeln und Rosinen mischen.

Vanilleschote aufschneiden, auskratzen und das Mark zu den Nüssen geben.

Die Orange auspressen und den Saft ebenfalls zu den Nüssen geben.

Die Füllung noch mit etwas Zimt abschmecken.

Anschließend die Äpfel waschen, trocknen und das Kernhaus ausstechen (wahlweise mit einem Messer rausschneiden, ich hab das getestet, das geht auch ganz wunderbar!).

Die Äpfel in eine eingeölte Backform setzen, mit der Nuss-Mischung füllen und den restlichen Orangensaft darüber verteilen. Eventuell noch ein paar EL Wasser mit in die Form geben.

Die Äpfel anschließend geschlossen bei 220°C etwa 20-30 Minuten backen.


Preis (pro Portion) 1,00 Euro

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Fazit Tag 7

Hm... ja... was soll ich sagen? Ich dachte ja anfangs, ich würde heute einen Freudentanz aufführen und um Punkt Mitternacht vor meinem Kühlschrank stehen um ein Stückchen Käse zu naschen. Stattdessen könnt ich grad auch einfach so weitermachen. Wirklich: Das ist alles lecker und mir gehts super. Ich hatte keine wirklichen Entgiftungserscheinungen oder so. Aber immerhin ging es mir Ende der Woche mit jedem Tag doch ein Stückchen besser. Auch alte Zweifler sind manchmal zur Selbsterkenntnis bereit!

Dass ich die Woche allerdings wirklich verlängern werde, bezweifle ich. Denn anstrengend ist es schon, jeden Tag dreimal aufwändigst etwas zu essen zuzubereiten und danach jedes Mal rießige Berge abzuspülen. Auch ist es echt einfacher, wenn man ein paar Menschen hat, die das mit einem durchziehen. Nur haben genau die für morgen schon ein paar säurelastige Lebensmittel eingekauft und mich damit natürlich angefixt. Und mein Mann ist auch noch zu Besuch. Durch ein bisschen basische Kost muss er durch, kriegt bei mir ja sonst auch immer die Rießenladungen Obst und Gemüse auf den Teller.
Aber rein basisch wird es schonmal definitiv nicht weitergehen! Soll man ja auch eh nicht sooo lang am Stück machen. Aber ein bisschen mehr auf das Gleichgewicht achten werde ich schon. Zumindest hab ich mir das vorgenommen. Aber sehen wir mal, was der morgige Tag so bringt! ;)

Kommentare:

  1. Das Mittagessen MUSS ich unbedingt auch mal ausprobieren! :D Lecker! :)

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  2. Danke für diese schöne Woche, das war spannend und voller wunderbarer Rezepte :)

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  3. Und so schnell fliegt eine Woche vorbei, irre.
    Ich mag die Idee des Frühstücksbreis im Gläschen und wenn man es "Mus" statt "Brei" nennt ist das auch gleich kulinarisch hochwertiger :)

    Und ansonsten wünsche ich dir viel Spaß mit deinem Käse und dass du einen schönen Mittelweg zwischen basisch und sauer findest.

    Liebe Grüße,

    ~Lilly

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  4. Danke für den Selbstversuch - liest sich wirklich interessant. Bist Du noch so energiegeladen?

    Ich finde das Thema auch sehr interessant, war ja schon Teil des Mineralwasser-Events (will hier jeztt keine Werbung machen, bei mir auf dem Blog im August) und spannend. Ich hatte mich kürzlich mit einem Engländer, Lebensmittelspezialist, darüber unterhalten, der meinte, brauner Zucker sei basisch, das könne man also zu sich nehmen. (Damit kompensiert er seinen Tee, also die Säure drin - diese Engländer... ;-))

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  5. @ Sarah-Maria: Resteessen ist halt oft echt das beste! ;)

    @ Franzi: Vielen lieben Dank! Freut mich voll, dass es dir gefallen hat! Und ich bin ja selbst noch immer fasziniert, dass basisches Essen so lecker und vielseitig sein kann!

    @ Lilly: Ich hab ja echt lang überlegt, wie man so einen Brei nennen kann, dass es positiv klingt... Denn es war ja echt lecker, da will man es durch den Namen nicht versauen!
    Der Käse war übrigens echt ein Genuss - jaja, ich bin euch ja ein klitzekleines bisschen voraus, und weiß das schon... ;)
    Und an dem Gleichgewicht arbeiten wir udn schauen in den nächsten Wochen auch mal mathematisch drauf. Insgesamt bin ich nämlich eigentlich ganz beruhigt, dass ich normalerweise wohl gar nicht sooo viel "falsch" mache!

    @ Barbara: Vielen lieben Dank erstmnal!
    Energiegeladen bin ich immer noch - aber man merkt gerade so richtig, wie es einen ein bisschen runterzieht, wenn man säurelastiges isst. Das ist schon echt seltsam irgendwie... ;)
    Das mit dem braunen, bzw. v.a. unraffinierten Zucker hab ich auch mal irgendwo gelesen. Aber so ganz sicher waren wir uns da nicht. Aber schön zu lesen, dass es anscheinend auch "richtig" ist, dass ich viel Rohrohrzucker esse, einfach weil er mir besser schmeckt.
    Aber auf Zucker zu verzichten war insgesamt eigentlich relativ leicht, da alles gebackene oder Mehlspeisen eh tabu waren und ich Tee meist sowieso ohne Zucker trinke...

    Ganz liebe Grüße,
    Ina

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  6. Viele Rezepte... Danke sehr!

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