Freitag

Süß-saure Gurken mit Mandeln

Ich liebe Tapas, und eigentlich auch mein klitzekleines Tapas-Kochbuch. Aus eben diesem gab es diesmal die süß-sauren Gurken mit Mandeln, Chili und Kapern. Und sie schmecken wirklich gut! Das muss ich jetzt vorher einmal ganz laut sagen, auf dass das keinem beim Weiterlesen wieder aus dem Gedächtnis entwischt: Sie waren echt lecker!
Aber, aber, aber: Das Kochbuch ist in anderer Hinsicht mit diesem Rezept voll in die Falle getappt. Ich hatte es nämlich auch nach Bild ausgewählt: Gedünstete Gurken, die noch knackig grün waren! Phantastisch, das wollte ich auch! Und dann kam es eben doch so, wie es nunmal kommen musste: Sie wurden natürlich doch eher essiggurkengrün...
Dass das nicht an mir lag konnte ich beim späteren Nachschlagen des Rezeptes denn auch noch mit Hilfe des Kapiteleinleitungsfotos nachweisen, denn dort waren die Gurken am Rande drauf. Und zwar essiggurkengrün und mit Kernen. Puh, bin ich da beruhigt! Dennoch: Ich kann es nicht leiden, wenn man keine Chance hat, etwas so nachzukochen, wie es auf dem Foto aussieht.
Aber kehren wir zum positiven Teil zurück: Denn auf einem Tapasbuffet machen sie sich sicher gut - und wer es vorher weiß, ärgert sich beim Verzehr auch nicht so über die bleichgedünstete Optik: 


Donnerstag

Gebackener Ziegenkäse mit Honig & Sesam auf knusprigem Parmaschinken

Mein Kühlschrank ist zur Zeit eine wahre Fundgrube. Irgendwie ja schön, irgendwie aber auch gar nicht so einfach, sich immer was passendes für die kleinsten Restmengen zu überlegen. Erst Recht nicht schön ist aber, wenn man plötzlich mehr Ideen als Zutaten hat. Denn: bloß nichts nachkaufen, sonst nimmt das Kühlschrankdilemma ja nie wieder ein Ende...
Aber was macht man bloß, wenn man dann dasteht mit sooo vielen tollen Ideen - sich aber partout nicht einscheiden kann??? Schlimm, schlimm das. Wirklich: Zwei kleine Ziegenfrischkäse - und sooo viele leckere Möglichkeiten: Man könnte sie in einen schlichten Speck- oder eben Schinkenmantel packen und anbraten. Oder mit Honigglasur backen. Oder mit geröstetem Sesam servieren (gut, das ist etwas anderer Käse in dem Rezept, aber bei Sesam werde ich grundsätzlich schwach :).
Ich überlegte hin und her. Und kurz bevor ich völlig verzweifelt vor einem gefüllten Kühlschrank verhungert bin, hab ich mich für die einfachste, aber auch gewagteste Lösung entschieden: Alles zusammen! Und ein Glück: Das ist mindestens so lecker, wie die spezialisierten Einzelvariationen! Den Sesam schmeckt man nur ganz leicht raus, Honig passt tatsächlich nicht nur zu warmem Ziegenfrischkäse, sondern auch zum wunderbar knusprigen Parmaschinken.
Und damit der Käse sich nicht so einsam fühlt, hab ich die Backzeit noch kurz genutzt, um ihm ein kleines Salatbett mit passender Honig-Vinaigrette zuzubereiten:


Gegrillte Maiskolben mit Kräuterbutter

Gut, ein Rezept brauchen die meisten dafür wohl nicht. Vor allem, weil ich da jetzt auch nichts wirklich innovatives hinzuzufügen habe. Aaaaaaaber: Viel zu oft vergisst man doch diese netten kleinen Kleinigkeiten, die so ein Grillgelage erst so richtig perfekt machen. Also heute als simple Inspiration einer meiner absoluten Favoriten vom Grill, den es wohl saisonbedingt dennoch viel zu selten gibt. In der Hoffnung, das Wetter möge noch mindestens ein paarmal mitspielen dieses Jahr. Und wenn nicht, dann pack ich einfach wieder die Grillpfanne aus und räucher meine nicht mit einem Dunstabzug gesegnete Bude solange ein, bis wieder angegrillt werden kann:) 


Dienstag

Hähnchenbrust mit Salbei im Parmaschinkenmantel - dazu Polentataler und Zucchinigemüse mit Parmaschinken und Ziegenfrischkäse

Gibt es "Hühnchen Saltimbocca-Art"? Oder etwas mediterraner ausgedrückt "Hühnchen alla Saltimbocca" oder so? Ich weiß es leider nicht, und hab mich dann lieber mal für einen seeeehr langen Namen entschieden.
Was ich dafür weiß: Hühnchen passt genauso gut zu Salbei und Schinken wie Kalb. Nicht Original, aber ich mag ja auch Schnitzel Wiener Art und nicht nur Wiener Schnitzel...
Dazu gab es gebackene Polentataler. Ausnahmsweise sogar ganz frisch zubereitet, normalerweise gibt es sowas eher aus Polenta vom Vortag. Gebacken und nicht gebraten übrigens deswegen, weil ich ja nur mit 2 Herdplatten gesegnet bin. Und wenn man nicht wie ich heute mit lauter Ratschen nebenbei vergisst, ein paar Butterflöckchen mit drauf zu geben, bekommen sie übrigens auch im Ofen eine sehr schöne Farbe... ;)
Und damit der Kühlschrank mal wieder leerer und der Teller etwas bunter wird, gab es dazu noch die Reste vom Feste in Form einer Spontankreation, sprich Zucchinigemüse mit Parmaschinken und Ziegenfrischkäse. Ebenso umständlich langer Titel. Aber was solls, solang es lecker schmeckt:


Samstag

Pasta 'ncasciata - sizilianischer Nudelauflauf mit Auberginen

Als ob er Saisonware wäre, lachte mich seit Wochen an jeder nur erdenklichen Ecke Scarmoza Affumicata an. Um diesem Theater ein Ende zu setzen, packte ich dann neulich einfach einen in meinen Einkaufskorb. Doch nichts da: Seitdem grinst er mich immer wieder hämisch aus meinem Kühlschrank an und fordert ein würdigeres Ende als das schnittchenweise Dahinsiechen in Form kleiner Häppchen zum Abendbrot ein.
Auf der Suche nach einem passenden Rezept warf ich mein Hirn an. Und als erstes wuselte mir in Gedanken gleich mal der liebe Sizilianer über den Weg, bei dem ich das erste Mal mit Scarmoza in Berührung kam. Leider sind weder er, geschweige denn seine Mamma gerade in greifbarer Nähe.
Aber Sizilien... Sizilien... Da war doch was? Na klar: Andrea Camellieri und seine liebenswerte Hauptfigur Commissario Montalbano! Seinem Schreibstil war ich von Anfang an verfallen, aber dass seine Hauptfigur alle paar Seiten eine andere sizilianische Köstlichkeit verspeist hat, hat mich beim Lesen regelmäßig in massive Heißhungerattacken getrieben... ;)
Die Bücher verfügen im Glossar denn auch passenderweise über eine Liste der "Im Text erwähnten kulinarischen Köstlichkeiten". Lange konsultiert werden musste die aber nicht, denn beim ersten Überfliegen blieb ich gleich an einem der wiederkehrenden Klassiker, dem Lieblingsnudelauflauf des Commissario, hängen.
Das Internet war diesbezüglich zwar leider nicht allzu auskunftsfreudig, aber immerhin habe ich diese vier Seiten hier gefunden, und mir daraus mein eigenes kleines - vielleicht nicht wirklich originalgetreues, aber sehr leckeres - Rezept für Pasta 'ncasciata zusammengebastelt: 


Donnerstag

Lila Möhren-Gemüse mit Dijon-Senf-Dressing & Quark-Grieß-Puffern

Lila Möhren find ich ja ganz toll. Geschmacklich fast ein bisschen leckerer als normale Möhren, aber vielleicht liegt das auch einfach an der tollen Optik. Naja, jedenfalls landen sie entsprechend fast jedes Mal direkt im Einkaufskorb, wenn ich sie irgendwo sehe. So auch diesmal, und eigentlich waren sie auch gleich verplant. Aber dann landete mit ihnen mal wieder ein tegut-Heftchen im Einkaufskorb, und aus diesem lachte mich daheim denn direkt ein leckeres Möhrengemüse mit eben diesen Purple Haze an. Musste natürlich sofort ausprobiert werden, einfach weil es lecker klang und mit dem Dijonsenf im Dressing auch noch so toll aussah. Dazu gab es spontan denn sogar die Quarkpuffer des Originalrezeptes (etwas fest durch den verwendeten Grieß, aber lecker), statt des Schmand-Kräuterdips (das bei der recht festen Konsistenz der Puffer vielleicht doch ganz gut gewesen wäre) gab es bei mir aber nur etwas Salat dazu. Ohne Dressing, denn die Soße / Marinade oder wie-auch-immer-man-das-nennen-will des Karottengemüses war eh recht reichlich.
Fazit? Die Karotten wird es so wieder geben, die Quarkpuffer vielleicht lieber zu etwas saftigerem Gemüse oder doch mit Schmand- oder sonstigem Dip:


Geröstete-Tomaten-Rosmarin-Suppe mit Parmesan-Cracker-Tassenkeksen

Bei Claudia hab ich neulich dieses tolle Rezept für Tomatensuppe aus frisch im Ofen gerösteten Tomaten entdeckt. Mit den nächsten fast schon überreifen Tomaten die meinen Weg kreuzten musste das natürlich sofort ausprobiert werden. Ganz ans Rezept gehalten hab ich mich dabei nicht, weil ich leider davor nicht mehr im Internet war, sondern einfach spontan in der Küche irgendwie losgelegt hab. Aber das Endergebnis war sehr, sehr lecker! Um genau zu sein so lecker, dass ich sie mittlerweile schon mehrfach gekocht habe. Manchmal wie hier fein durch ein Sieb passiert, manchmal einfach nur faul und schnell püriert. Lecker ist beides, auch wenn passiert natürlich etwas edler und feiner daher kommt.
Dazu gab es heute im Eifer des Gefechts denn spontan noch ein paar - optisch entsprechend nicht ganz perfekte - Parmesancracker. Der Ofen war ja schließlich schon vorgeheizt, das muss der sparsame Schwabe in mir ab und an ausnutzen. Inspiriert durch Tassenkekse wurden diese dann noch mit einer kleinen Aussparung versehen. Und siehe da: Das klappt. Denn sie sind doch einfach soooo lecker, und wirklich gut zur Suppe reichen kann man sie ansonsten eher schwer: