Donnerstag

Die Basenwoche. Tag 2.
Frühstück: Orangen-Bananen-Mandel-Shake
Mittagessen: Grüner Salat mit Egerlingen, Orangenfilets und Walnüssen
Abendessen: Bunte Kartoffel-Gemüse-Suppe

Tag 2. Und alles ist anders! Nachdem der gestrige Tag geschmacklich eher ein Reinfall war, haben wir uns heute bei allen Rezepten etwas aus dem Fenster gelehnt. Natürlich nur basische Zutaten, keine zu wilden Mischungen und mild gewürzt. Aber etwas abwechslunsgreicher, pfiffiger und mit Biss. Da hatte ich dann geschmacklich echt nichts mehr auszusetzen - auch wenn mir auf Dauer ein paar Zutaten dennoch fehlen würden... ;)

Was hingegen durchaus noch etwas Übung bedarf: Den Tag stressfrei um zwei heimische und einen externen Essenstermin, einen Großeinkauf auf dem Markt, ein paar Leseeinheiten zuhause, einen Bibliotheksbesuch, ein basisches Fußbad, undundund herumzuplanen. Etwas weniger zu arbeiten funktioniert ganz gut, aber der Freizeitstress lässt definitiv grüßen. Ich sehe es ja kommen, dass ich die perfekte Planung erst am siebten Tag herausfinde. Dann halt, wenn die alte Ordnung wieder praktikabel wird.

Aber kommen wir zum Essen! Das Frühstück sollte ein Bananen-Orangen-Shake werden. Der lachte mich ja nicht so an: Pürierte Banane mit gemahlenen Mandeln und Orangensaft, naja. Aber: Das ist erstaunlich gut. In der Kombination zwar noch etwas fad und fast leicht bitter, aber mit zusätzlich ein, zwei Mandarinen und einer Prise Zimt wirklich lecker. So lecker, dass es ihn wieder geben wird:

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Orangen-Bananen-Mandel-Shake


Zutaten (pro Portion)

- Orangen (2 Stück)
- Mandarine (eine große oder 2 kleinere)
- Banane (eine reife)
- gemahlene Mandeln (1 EL)
- Zimt (eine kleine Prise)


Zubereitung (keine 10 Minuten)

Zitrusfrüchte auspressen, Banane grob zerkleinern und alles zusammen kurz pürieren.


Preis (pro Portion) 1,40 Euro

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Mittags gab es wieder Salat. Wobei: Mittags? Beim Durschnittsstudenten gegen zwei oder drei, also doch eher nachmittags. Aber wir gehen jetzt einfach mal davon aus, dass unser jahrelang falsch antrainierter Tagesrhythmus auch irgendwie richtig ist und wir deswegen nicht nur bis 18, sondern eher bis 21 Uhr was essen dürfen. Wir fangen ja auch später an... ;)

Jedenfalls: Salat. Feldsalat mit Champignons um genau zu sein. Der Herr von der Gastgrillwohnung hatte den gestern schon, war aber nicht wirklich begeistert. Also hab ich den zu einem "gemischten Blattsalat mit Egerlingen, Orangenfilets und gerösteten Walnüssen" aufgemotzt. Sehr lecker, trotz Zitronendressing.
Basentechnisch fraglich ist jedoch, ob man Obst und Gemüse mittags überhaupt kombinieren darf. Und ganz allgemein frage ich mich, ob ich Entzugserscheinungen habe, mein plötzlich basisches Hirn komisch tickt, oder ob der Blauschimmelkäse, den ich mir dazu so gut vorstellen könnte, auch wirklich gut rein passt. Naja, ich werd es wohl nächste Woche ausprobieren müssen. Mit 18% Käse im Salat und 2 % Essig. 20% Säure sollten es im Alltag ja sein... ;)

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Gemischte Blattsalate mit Egerlingen, Orangenfilets und Walnüssen


Zutaten (pro Portion)

- grüne Blattsalate (etwa ein knapper halber Kopf Lollo Bianco, Kopfsalat, Endivien, ...)

- rote Zwiebel (eine halbe kleine)
- Zitronensaft (etwa 1 guter EL)
- Orangensaft (etwa 2 EL)
- kaltgepresstes Olivenöl (etwa 2 EL)
- Pfeffer, Meersalz
- Thymian (etwa 1/2 TL bis TL)

- Egerlinge (3-4 mittelgroße)
- Orange (eine kleine)

- Walnüsse (2 Stück, also 4 Hälften)


Zubereitung (10-15 Minuten)

Salate waschen, putzen, grob trocken schleudern und in Stücke zupfen.

Die Orangenschale abschneiden und die Filets heraustrennen. Saft dabei auffangen.

Die Egerlinge putzen, Böden der Stiele abschneiden und in möglichst dünne Scheiben schneiden.

Die Walnüsse knacken, grob hacken und in einer Pfanne kurz anrösten.

Ein Dressing aus Zitronensaft, Orangensaft, kaltgepresstem Öl und etwas Wasser anrühren. Mit Pfeffer, unraffiniertem Salz und Thymian abschmecken (die Mengenangaben sind übrigens sehr variabel, ich hab das nicht genau abgemessen oder so...:)

Preis (pro Portion) 1,80 Euro

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Am Nachmittag gabs Bananenchips, Mandeln und Trockenobst. Dass man sowas wirklich immer bei sich tragen sollte während einer Basenwoche hat der Herr von der Gastgrillwohnung auf die harte Tour am eigenen Leib erfahren, als er in einem Vortrag saß, das Buffet schon riechen konnte, und weder Häppchen noch Gratis-Alkohol anrühren durfte. Nicht lustig war das!

Zum Ausgleich gab es dann ganz viel basische Suppe. Vielleicht sogar Basensuppe, nur unpüriert. Jeder scheint da so sein eigenes Rezept für Basensuppe zu haben. Und immer ist es eigentlich nur Gemüsesuppe mit Kartoffeln. Meist püriert. Darauf zumindest haben wir allerdings verzichtet - und stattdessen gut gekaut. Nur mindestens 30 Mal kauen pro Bissen war echt nicht drin. Ich weiß ja nicht, ob ich nur zu wenig auf einmal in den Mund nehme oder die ersten 15 Mal schon ordentlich genug kaue. Aber bei 30 Mal kauen würd ich eher knirschen. Und das würde wohl maximal den Geldbeutel meines Zahnarztes freuen. Fragen über Fragen kommen da auf, ich sag es euch!

Aber kommen wir mal lieber zurück zum Abendessen: Einmal bunte Gemüsesuppe also. Hat was von Pichelsteiner oder Kartoffelsuppe. Nur eben ohne Fleisch, Speck, Würstchen oder Brot dazu:

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Bunte Kartoffel-Gemüse-Suppe


Zutaten (für 3 Portionen)

- Knollensellerie (eine halbe größere Knolle)
- Möhren (etwa 2-3 dickere bis dicke)
- Lauch (eine halbe größere Stange)
- Kartoffeln (etwa 6-8 große)
- Zwiebel (eine große)
- kaltgepresstes Öl (2-3 EL)
- Wasser (2,5-3 Liter)
- Lorbeer (wahlweise 1-2 Blätter)
- Petersilie (frisch gehackt, krause oder glatte, etwa 3-4 EL)
- Pfeffer, Meersalz


Zubereitung (50 Minuten)

Kartoffeln, Möhren, Sellerie und Zwiebel schälen und in Würfel oder Ringe schneiden. Bei uns wurde das Gemüse relativ klein gewürfeln, die Kartoffeln in dickere halbierte Scheiben geschnitten. So als Hauptaugenmerk quasi... ;)

Lauch gut waschen und quer in Streifen schneiden.

Die Zwiebel in heißem Öl glasig schwitzen, wahlweise das restliche Gemüse ebenfalls kurz zugeben.

Oder erst das Wasser zugeben, aufkochen lassen, und dann das Gemüse und Lorbeer zufügen.

Zugedeckt etwa eine gute halbe Stunde köcheln lassen, bis das Gemüse nur noch leicht bissfest ist.

Mit Pfeffer, Salz und frischer Petersilie abschmecken.


Preis (pro Portion) 1,60 Euro

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Fazit Tag 2

So eine Basenwoche geht also wohl doch auch in leckerer Ausführung, sehr schön! Meine Hoffnung steigt, dass wir das auch relativ abwechslungsreich über die Bühne bringen können.
Eher problematisch scheint die Salatportion am Mittag zu werden. Mit diesem Zitronendressing bin ich noch nicht so glücklich, und ohne etwas Brot dazu macht das nur bedingt satt. Insbesondere keine großen starken Männer im Winter. Und nachmittags soll man ja eigentlich nur sehr kleine Portionen snacken und nicht etwa tütenweise Mandeln, Bananenchips, Trockenobst oder Oliven in sich reinschaufeln. Vielleicht also doch lieber mal was warmes mittags? Abends immer noch mehr Suppe kochen, auf dass am nächsten Tag noch Reste da sind? Mal sehen...

Mittwoch

Die Basenwoche. Tag 1.
Frühstück: Ananas-Bananen-Saft
Abendessen: Blumenkohlsuppe mit Kartoffeln und Karotten

Tag 1. Gerade mal Tag 1. Man sollte ja gar nicht glauben, dass man da schon soviel falsch gemacht haben kann. Aber wir können das! Weil... hm... wir ja nicht mehr so spontan sind in unserem Alter, haben wir nämlich den seit Wochen stehenden Plan für den letzten Tag vor der Basenwoche nicht etwa abgeblasen, als wir lasen, dass man davor ein paar Entlastungstage einlegen sollte. Nix gibts, wir entschieden uns für die harte Tour: Am Tag davor zuerst verkatert ein paar Stunden Einkaufs- marathon bei Ikea hinter uns bringen, sich den ganzen Tag von den sauren Resten im Kühlschrank ernähren und anschließend nochmal die Nacht durchfeiern. Solange man noch nicht geschlafen hat, ist ja noch nicht morgen!

Im Endeffekt wurde unser erster Basenwochentag dadurch dann doch übermäßig anstrengend und vielleicht im Nachhinein eventuell eher ein Entlastungs- denn ein Basentag. Auch wenn wir uns schon rein basisch ernährt haben...
Besonders glücklich hat uns das alles aber nicht gemacht. Dass man nicht so dolle würzen darf, ok. Aber muss deswegen gleich alles fade und bisslos sein? Ich bin unzufrieden - aber der Reihe nach:

Das Frühstück sollte ein Ananas-Bananen-Saft sein. Klingt doch eigentlich ganz lecker, oder? Nur war mir morgens erstens mal so gar nicht nach einem flüssigen Frühstück und die Jungs gelüstete mehr nach etwas deftig herzhaftem. Auf solche Wunschvorstellungen aufbauend, hat uns der Saft dann alle dreie nicht überzeugt: Seltsam breiige Konzistenz, zu bananig und ziemlich langweilig im Geschmack. Hätt ich mal lieber nicht püriert oder zumindest noch etwas Apfel oder vielleicht auch nur Crushed Eis mit rein getan. Aber vielleicht waren wir auch noch zu übersäuert, um das wirklich beurteilen zu können:

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Ananas-Bananen-Saft


Zutaten (für eine Portion)

- Ananas (eine halbe)
- Banane (eine)


Zubereitung (keine 5 Minuten)

Ananas und Banane schälen, in grobe Stücke schneiden und gemeinsam im Mixer oder mit dem Pürierstab mixen.


Preis (pro Portion) 1,40 Euro

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Da der mittägliche Salat bei mir ausfiel, gehen wir mit dem Urteil direkt weiter zur abendlichen Blumenkohlsuppe mit Kartoffel und Karotten. Bei uns ein bisschen anders zusammengewürfelt als im Originalrezept, und mit einer winzig kleinen Prise Curry versehen. Geschmacklich: Eigentlich ganz lecker. Nur: Der Biss fehlte!
Also naja: Man soll ja irgendwie einfacher essen, die ganzen Suppenrezepte sind püriert. Aber nur pürierte Suppe, ohne Gemüsestückchen, ohne Croûtons, ohne Brot dazu? Das geht nicht, sorry. Ich will entspannen, wegen mir entschlacken, aber nicht auf das kleinste Bisschen Genuss verzichten. Ab jetzt gibt es nur noch teilpüriert oder Brühe mit Gemüse. Ist doch trotzdem noch basisch, oder? Ich kau dafür dann auch ganz ordentlich, versprochen! :)

Und wenn die Basenwoche rum ist, mach ich mir so ein Blumenkohlsüppchen als Vorspeise. In Butter angedünstet. Und mit ein paar Croûtons oben drauf oder einem Scheibchen knsuprig gerösteten Brotes dazu!

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Blumenkohlsuppe mit Karotten und Kartoffeln


Zutaten (für 3 Portionen)


- Blumenkohl (ein größerer Kopf)
- Karotten (etwa 3 mittelgroße - hier gelbe Möhrchen)

- Kartoffeln (etwa 6 mittelgroße)

- Zwiebel (eine)
- kalt gepresstes, neutrales Pflanzenöl (2-3 EL)

- Gemüsebrühe (2,5 Liter)
- Pfeffer, Meersalz
- Petersilie (frisch gehackt, etwa 3 EL)
- Curry (nur ganz wenig, vielleicht 1/2 TL)


Zubereitung (40 Minuten)

Blumenkohl waschen, putzen und grob zerkleinern.
Kartoffeln, Karotten und Zwiebel schälen und würfeln.

Das Gemüse im heißen Öl kurz andünsten, anschließend mit der Gemüsebrühe aufgießen und etwa 20 Minuten köcheln lassen.

Einen Teil des Gemüses aus dem Topf fischen, den Rest fein pürieren.
Das restliche Gemüse wieder zur Suppe geben.

Mit Pfeffer, Meersalz, ein klein wenig Curry und frisch gehackter Petersilie abschmecken.


Preis (pro Portion) 1,30 Euro

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Fazit Tag 1

Geschmacklich hat der erste Tag ja insgesamt nicht wirklich überzeugt. Immerhin: Satt wird man schon, das sollte nicht das Problem werden. Zumal man Mandeln und Trockenobst essen darf.
Aber schmecken sollte es halt noch. Man will ja nicht ne Woche lang sabbernd vor allen möglichen Auslagen stehen bleiben. Stress meiden geht anders! Also werden wir uns ab morgen einfach etwas mehr Freiheiten nehmen. Trotzdem nicht zu viele Sachen zusammenwürfeln, aber eben dennoch so kochen, wie es uns schmeckt statt uns stur an Rezepte zu halten.

Dienstag

Back to Basic... äh: Die Basenwoche

"Basenwoche"? Wem das nichts sagt, keine Angst: Ich wusste ja bis vor kurzem auch nicht so recht, worauf ich mich da genau einlasse. Ich hatte zwar schon von Harald Schmidts Basensuppe gehört, aber was bitteschön basische Ernährung ist? Keinen blassen Schimmer! Mittlerweile weiß ich, dass sie grob zusammengefasst aus Gemüse, Salate, Obst, ein paar Nüsse und Kerne und ganz viel Wasser und Kräutertee besteht. Vegetarisch, vegan, nur noch krasser halt. Also eigentlich nicht wirklich meins, weil ich von einseitiger Ernährung nicht viel halte.

Aber: Anscheinend sind wir ja alle irgendwie übersäuert. Und dass das nicht gut sein kann, merkt man ja spätestens daran, dass man mit alkoholgeschwängertem, sprich stark übersäuerten, Hirn zusagt, so eine Basenwoche mitzumachen. Und hey: "Hilft's nix, schad's nix!" Die eine oder andere fast ausschließlich "saure Woche" (also zur Arbeit hetzen, ganz viel Fastfood, zum Feierabendbier hetzen, die Nächte durchfeiern, etc.) haben wir schließlich auch überlebt!

Also auf in die stressfreie Basenwoche, aus der wir dank weniger Arbeit, weniger Partys, Verzicht auf alles Berauschende wie bspw. Alkohol, Koffein, Nikotin oder Schokolade, ein paar gemütlichen Waldspaziergängen und Thermalbadbesuchen, einer extrem hoher Flüssigkeitszufuhr und diesen Unmengen an verspeistem Obst und Gemüse sicher irgendwie erholt rauskommen werden. Ob das nun weniger sauer oder einfach nur so erholt ist, ist mir altem Zweifler dann ja auch egal.

Was da ganz genau auf uns zukommt, hatten wir dennoch nicht so recht bedacht, weswegen ich hier weiterhin nur über Diplomarbeits- statt Basenbücher stolpere. Naja, es gibt ja das Internet - und in diesem Internet ganz viel Seiten mit sich widersprechenden Säure-Basen-Tabellen und passenden basischen Rezepten. Da wir das aber ja eh alles nur nach bestem Wissen und Gewissen durchziehen und uns ganz sicher keinen Stress (ist ja schließlich auch sauer!:) machen wollen, nur um auch ja jede Kleinigkeit richtig zu machen, ist das für uns aber nicht so schlimm. Diese ganzen Verhaltens- vorschriften weißen schließlich Schnittmengen auf - und ein zwei Hintertürchen zum kulinarischen Rosinchen picken kann man sich ja noch offenhalten.

Wer es lieber medizinisch korrekt haben möchte, wende sich also lieber vertrauensvoll an seinen Arzt oder Apotheker. Wer einfach (unbeteiligt :) mitlachen, mitweinen, mitgenießen und mitleiden will, komme hingegen die nächsten Tage ab und an hier vorbei. Dann erörtern wir mal, ob man sich eine Woche lang auch rein basisch halbwegs abwechslungsreich ernähren kann. Wir werden sehen, ob diverse Obst-Nuss-Variationen am Morgen ein Ersatz für Brot, Eier, Müsli und Kaffee sind. Und ob der mittägliche Salat ohne Essig, ohne Brot und dann noch bei Minusgraden wirklich lecker und sättigend wird. Und auch, ob es möglich ist, das warme Abendessen ohne Reis, Nudeln oder Brot abwechslungsreich zu gestalten. Sowie die alles entscheidende Frage, ob zwei hungrige Männern und ein Mädel, dass sich sonst nicht nur von zwei Blättchen Salat ernährt, nur mit Obst, Gemüse, und Suppe, so ganz ohne Fleisch und Sättigungsbeilage auch wirklich satt werden.

Ich bin gespannt! Und freue mich über jeden, der mitfiebert! ;)

Freitag

Schoko-Muffins hoch zwei mit Birnen und karamellisierten Walnüssen

Ich hab es getan! Immer und immer wieder hab ich darüber gejammert, wie gerne ich doch mal so rießengroße Muffins backen wollen würde - und dass die in diesen deutschen Standardförmchen aber immer einfach nur zu kleinen Atompilzen zerlaufen. Immer wieder hab ich darüber sinniert, dass ich irgendwann mal ausprobieren will, ob man nicht aus Butterbrotpapier etwas höhere Förmchen basteln könnte.
Und jetzt, jetzt hab ich es endlich einfach mal gemacht! Vorher hab ich natürlich noch schnell recherchiert, ob ich Butterbrotpapier denn auch in den Backofen tun darf. Tja, da fanden sich denn tatsächlich auch viele Bedenkensäußerungen - aber nur positive Erfahrungsberichte. Ich hab trotzdem mal wieder Kinderfernsehen gespielt und den Backofen fleißig beobachtet - gebrannt hat aber nichts. Die braunen Flecken auf dem Papier kommen davon, dass ich beim Teig einfüllen etwas schlampig gearbeitet hab... ;)
Das nächste Mal geb ich mir da mehr Mühe - diesmal wollt ich ja nur mal generell ausprobieren, ob das funktioniert. Und das wichtigste ist ja erstmal: Es hat geklappt! Aus dem Ofen kamen große Muffins, die nicht zerlaufen, sondern schön aufgetürmt sind, yeah!
Zu der Muffinkreation selbst kann man nur sagen: Optisch etwas gewöhnungsbedürftig, aber die zwei Testesser haben sie für sehr lecker befunden:)


Montag

Zürcher Geschnetzeltes

Samstag Mittag blieb der Herr von der Gastkochwohnung beim gemeinsamen Großeinkauf plötzlich abrupt vor dem Pilzregal stehen und fragte: "Was hältst du denn von Kochen morgen?". Er meint damit natürlich, gemeinsam was Besonderes zu kochen - Alltagskochen fällt bei uns eher unter die Kategorie "was zu Essen machen". 
"Was deftiges" sollte es sein. "So mit Fleisch und Klößen und Soße". Und eben mit Pilzen - aber "nicht diese Tschernobyl-Pfifferlinge". Sicher nicht, denn zerfledderte Pfifferlinge kommen nicht ins Haus. Aber Austernpilze oder diese anderen asiatischen, die irgendwie an Miniatur-Magic-Mushrooms erinnern, sind auch nicht wirklich so verwertbar, dass ein Franke das Endergebnis als "deftiges Essen" ansehen würde. Also blieben Champignons und Egerlinge.
Sonderlich kreativ wurde ich da erstmal nicht: Fleisch mit Pilzrahmsoße halt. Aber Moment! Ein bisschen Abwechslung könnte man ja reinbringen: Wollten wir nicht eh mal Zürcher Gschnetzeltes machen, nachdem wir das in Zürich für sehr lecker, aber maßlos überteuert befunden hatten?  Na also, gesagt getan!
Schnell die Erinnerung an den Schweiz-Besuch hervorgekramt, um zu eruieren, was wir brauchen: Kalbsfleisch, Egerlinge (weil ich die halt lieber mag als Champignons ;), Sahne, Weißwein und etwas Petersilie? Passt. 
Daheim wurde dann gegooglet: Zitrone gehört noch mit rein, hab ich da gelesen, ok. Aber welchen Weißwein man verwenden soll, konnte ich nicht rausfinden. Ansonsten gehen alle ähnlich vor, aber die Mengenangaben weit auseinander. Entscheiden konnt ich mich nicht, also wurde improvisiert. Und: Es hat wunderbar geschmeckt!
Kommen wir  zum problematischeren Teil, für den ich befürchte, von Schweizern mit Gewichten in den See geworfen zu werden: Wir haben keine Rösti dazu gemacht, sondern doch die Klöße. Ist das ein so schlimmer Fauxpas, wie wenn man sein drittes Stückchen Brot im Fondue verliert? Ich hoffe nicht. Denn ich muss - als eigentliche Rösti-Phanatikerin - sagen: Es hat auch richtig gut gepasst! Also vielleicht doch nur ein paar Stockhiebe? :)


Samstag

Gnocchi in scharfer Tomatensauce mit Mozzarella

Wow, ich hab schon lange nichts mehr gekocht, was so unfotogen war. Aber: Ein Bissen davon, und das ist einem alles sowas von egal! Wem aber die Optik doch etwas wichtiger sein sollte als der gute Geschmack, kocht die Gnocchi einfach separat in Wasser, statt sie in der Soße zu erhitzen, lässt diese dafür noch etwas stärker einkochen und streut den Mozzarella nur dekorativ über den Teller, statt ihn unterzuheben. Aber ganz ehrlich: Das Auge kann gar nicht so sehr mitessen, dass ich auf Gnocchi verzichte, die richtig nach was schmecken, oder gar auf halbgeschmolzenen Mozzarella, der gaaaanz lange Fäden zieht:) 


Donnerstag

Apfelkuchen mit Mandelbutter

Nach langem drumherum schleichen hab ich mir neulich denn doch endlich eine kleine Springform angeschafft. Die sehen ja so winzig aus! Dass da echt ein halber Kuchen reinpasst, glaubt man kaum.
Dem kleinen Schwaben in mir war ja auch immer nicht ganz so wohl zumute, wenn sah, dass so eine Miniaturform fast genauso viel wie eine große kostet und dabei weder die Zubereitungs- noch die Backzeit wesentlich verkürzt. Aber: Nachdem das ständige Backen und Verspeisen großer Kuchen irgendwann zwangsläufig den Kauf neuer Kleidung nach sich ziehen würde, war denn auch der sparsame Schwabe irgendwann gewillt, etwas Geld in eine Minibackform zu investieren! ;)
Für den ersten Kuchen hab ich mir dann ein bewährtes Kuchenrezept meiner Mama gemopst. Und tadadada: Sobald ein Kuchen in der Form ist, sieht es nicht mehr winzig, sondern nur noch putzig aus, der Kuchen wird genauso lecker wie sein großer Bruder, und von Menge wirklich perfekt für kleine Haushalte: